Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Seidenraupen trotzen im Sauerland und im Stadtwald der Hitze

Sauerland GruppeTrotz Temperaturen wie im Backofen waren immerhin vier Seidenraupen am Pfingstwochenende sportlich unterwegs. Los ging es am Sonntag beim Sauerland-Höhenflug-Trail, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand. Über verschiedene Strecken (5,10,21k) ging es hoch und runter – mehr als wir (Antje, Moritz und ich) eigentlich gedacht hatten. 485 Höhenmeter waren auf der Halbmarathon-Strecke zu knacken, bis knapp unter 600 Meter ging es hoch. Natürlich kein Vergleich zu alpinen Gefilden, aber das muss ja nix heißen.

Der Start in den Tag hatte für mich vom Gefühl her etwas vom TAR/4 Trails. Frühmorgens aufstehen, frühstücken, in die Klamotten schlüpfen – und dann los…naja, ignorieren wir mal die knapp zwei Stunden Autofahrt. Angekommen am MEGA-Sports-Center in Sundern erfolgt die Nummernausgabe recht schnell. Wahnsinn, auf wie viele Helfer der Veranstalter SG Hagen-Wildwiese bauen kann. Sie machen die Premiere auf jeden Fall zu einem vollen Erfolg.

Am Start begegne ich dann auch Moritz, der den HM eigentlich nur locker mitlaufen will (dazu später mehr). Antje nimmt sich als Trail-Rookie den Zehner vor. Und auch Bernd aus Krefeld ist dabei. Sich an seine Versen zu heften, würde nix bringen, der Junge will heute knallen. Schon kurz nach dem Start rechnet Moritz damit, dass Antje schnell den Dienst quittieren wird. Denn es geht stetig bergauf und nach 850 Meter dann auf einen Single-Trail – und diesen Abschnitt haben auch die Zehner zu laufen. Insgesamt ist der namensgebende Höhenflug 250KM lang, wir werden natürlich nur ein winziges Stückchen kennenlernen. Aber auch dieses hat es in sich.

Vorneweg düsen die Cracks um den späteren Sieger Tim Dally (TuS Deutz) von dannen. Moritz und ich lassen es noch recht ruhig angehen, das feucht-warme Wetter wird sicherlich noch seinen Tribut zollen. Es geht durch tolle Landschaften: Mal durch dichte Wälder, dann durch grünes Gestrüpp, dann wieder über Freiflächen, auf die die Sonne nur so runterknallt. Irgendwie hatten wir beide gedacht, dass das Ding locker auf breiten Forstwegen zu laufen ist – weit gefehlt. Es kommt fast so etwas wie Hochgebirgsstimmung auf 😉 Denn die Up- und Downhills sind teilweise schon recht knackig. Gerade für Moritz, der auf so einem Geläuf noch keine Erfahrung hat und zudem mit normalen Jogging-Schuhen unterwegs ist.

Und mich dann trotzdem bei KM12 an einer steilen Rampe stehen lässt. Egal, wieviel Gas ich im Anschluss gebe (KM-Zeiten teilweise um die 4Min), ich werde ihn nicht mehr einholen. Mittlerweile hat sich das Feld sehr entzerrt. Hin und wieder gibt es Passagen, auf denen man keinem anderen Läufer begegnet. So kann man den Blick in die tiefen Täler und auf die umliegenden Berge schweifen lassen und dem Zirpen der Grillen zu hören. Die zahlreichen Verpflegungsstellen sorgen derweil dafür, dass man nicht gänzlich eingeht. Dennoch gut, dass ich meinen Trinkrucksack dabei habe, denn so kann ich mir immer wieder auch zwischendurch ein Schlückchen genehmigen. Das lange Abhängen an den VS bringt mich eh immer komplett raus.

Und so purzeln die Kilometer herunter. Irgendwann bin ich im Flow, Moritz immer einen Steinwurf weit entfernt und doch zu weit weg und zu schnell, um ihn noch zu erhaschen. Irgendwann tut sich der Wald auf, das Ziel ist in sich.

Der letzte Kilometer über eine abgesteckte, sehr schräge, Wiese ist der einzige Wermutstropfen des Laufs. Vielleicht hätte man uns doch irgendwie noch durch ein Stückchen Wald führen sollen (egal, ob es dann am Ende 22k gewesen wären), den dieses schräge Stück ist a) nicht schön zu laufen und b) geht unnötig in die Knochen und Gelenke.

Unsere Zeiten können sich trotz des Wetters sehen lassen. Moritz ist nach 1.48.55h im Ziel (39. von 326 Startern), ich nach 1.49.21 (44.). Und Antje wird in 1.06.14 16. bei den Frauen. Dienstagbend zeigt der WDR in der Lokalzeit Südwestfalen einen Bericht zum Lauf.

Keine 24 Stunden später stand dann der Krefelder Pfingstlauf an, eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle Krefelder Läufer. Denn auch mit der 19. Auflage finanzieren die Macher wieder behindertengerechte Spielplatzgeräte. Da MUSS man einfach dabei sein, entweder als Läufer oder als Sponsor (so wie Ali mit PFLEGE OPTIMAL). Diesmal am Start Eva (10k), Antje (5k), Moritz (10k) und ich (21k).

Das Motto beim Pfingstlauf ist stets „Gemeinsam ans Ziel!“ Prominente Laufpaten geben das Tempo vor, die Läufer folgen. So waren mit Friedhelm Funkel, Anne Poleska, den Pinguinen und Juliane Schenk wieder Krefelder Vorzeigesportler am Start, die die Gruppen über die 5k-Runde im Stadtwald führten. 710 Teilnehmer ließen es sich trotz der tropischen Bedingungen nicht nehmen, diese tolle Sache zu unterstützen und ohne auf die Uhr zu schielen, ein paar Ründchen zu drehen…

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