Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie fällt auch unsere Triathletin Anna Pauline Saßerath vermutlich die ganze Wettkampfsaison 2020 aus. „Auch, wenn mein Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaft im Crosstriathlon in Almere/NL im September bisher noch nicht abgesagt wurde, habe ich eigentlich wenig Hoffnung, dass in diesem Jahr überhaupt noch irgendein größerer Wettkampf stattfindet. Eigentlich wollte ich dort meinen Titel verteidigen“, schätzt die angehende Krankenschwester die Lage wohl leider ziemlich realistisch ein.
Allerdings lässt sich Saßerath von den aktuellen Umständen nicht entmutigen und hat sich für neue Wege erschlossen, um in Form zu bleiben. „Im Moment bekomme ich keine strukturierten Trainingspläne mehr von meinem Coach Benjamin Herrera, aber ich kann auch nicht die Beine einfach nur hochlegen. So trainiere ich einfach etwas anders als bisher. Meine Form versuche ich so zu halten bzw. die Kerndisziplinen Radfahren und Laufen sogar noch zu verbessern“, so Saßerath.
Auch auf der Rolle aktiv
Dabei hilft ihr auch ein smarter Rollentrainer. „Im vergangenen Herbst habe ich mir einen angeschafft. Meine Brüder und mein Onkel hatten mir davon begeistert berichtet. Und gerade jetzt stellt er sich als wahrer Glücksfall heraus.“ Das Radtrainingsgerät, auf dem das eigene Rennrad ohne Hinterrad montiert ist, ermöglicht, online virtuelle, gemeinsame Trainingsausfahrten oder sogar Rennen zu bestreiten. Und das alles unter Einhaltung der Abstandsregeln in den eigenen vier Wänden. Triathlonweltmeister Jan Frodeno absolvierte jüngst sogar die Radstrecke eines kompletten Ironmans auf einem solchen Gerät.

„Interessant für Leistungssportler sind insbesondere die zahlreichen ermittelten Leistungsdaten und dass man in der virtuellen Welt zum Beispiel auch ausgiebiges Bergtraining absolvieren kann, was am Niederrhein ja nur bedingt möglich ist“ zeigt sich die Triathletin begeistert.

In der realen Welt sollte ursprünglich Mitte Mai der Startschuss in die Liga-Saison in Buschhütten erfolgen. Beim Triathlonteam KTT01 aus Köln steht Saßerath nun schon das sechste Jahr unter Vertrag. Doch wegen der Corona-Pandemie müssen aktuell Rennen in der virtuellen Radsportwelt herhalten, bei denen sie vielversprechend abschloss. Der Bund Deutscher Radfahrer hat mittlerweile die „GCA Liga powered bei Müller – Die lila Logistik“, auf der virtuellen Plattform Zwift ins Leben gerufen. In dieser Bundesligarennserie für Lizenzfahrerinnen und -fahrer startet Anna Pauline Saßerath nun als Alternative.
Pauline ist nun eine „WheelDiva“
Dadurch ergab sich zusätzlich eine Kooperation mit dem Frauenradteam „WheelDivas“ aus Berlin, für das Saßerath nun in der virtuellen Liga auf Punktejagd geht. „Vielleicht ergibt sich nach Corona auch eine Partnerschaft für reale Rennen und ich kann das Team auch nach Corona hin und wieder tatkräftig unterstützen“ hofft die junge Athletin auch mittelfristig auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Am vergangenen Samstag erreichten die Damen nicht zuletzt durch die Unterstützung der Krefelder Triathletin den hervorragenden dritten Platz.
Auch für die ausfallende 2. Triathlon Bundesliga Nord gibt es seit dem vergangenen Wochenende virtuelle Radrennen. Hier möchte die dreimalige Krefelder WZ-Sportlerin des Jahres im Renngeschehen mit ihren Teamkolleginnen vom KTT01 ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Ihr Bruder Maximilian bestreitet sogar regelmäßig Radrennen für Profitriathleten in der virtuellen Radsportwelt.

Um auch in der Disziplin Laufen weiter motiviert zu bleiben, hat Anna Pauline Saßerath natürlich auch beim „Seidenraupen Virtual-Run“ teilgenommen. Hier gewann sie sowohl in der kurzen (ab zehn Kilometer), als auch in der langen Wertung (ab 21,09 Kilometer) der Frauen.
Auf geht’s Pauline, du machst das schon 💪😎