Dicke Oberschenkel


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Mit dicken Oberschenkeln sind wir zurück in Krefeld. Das Kurz-Trainingslager im Allgäu hat doch mehr Körner gekostet, als vorher gedacht. Allerdings haben wir uns auch nicht geschont, sondern haben dem Körper mächtig zugesetzt.

Drei Einheiten hatten wir uns vorgenommen: ein leichtes Aufgalopp am Freitag, am Samstag dann die Königs-Etappe und am Sonntag noch eine etwas längere Einheit mit ein paar Höhenmetern.
Gesagt getan: Am Freitag beließen wir es bei einer kurzen Runde aus Sonthofen raus und zwei kleineren Anstiegen in der Umgebung. Nummer eins verlief leider im Sande, bzw. im Dornengebüsch, Nummer zwei hatte es schon in sich und brachte den Puls schnell nach vorne. Entlang der Iller ging es schließlich zurück ins Deutsche Haus.

Am Samstag ging es dann von Oberstdorf hoch auf das Nebelhorn. Neben den über 1400 Höhenmetern, die es sowohl auf, als auch ab zu absolvieren galt, hatten die letzten Kilometer noch eine besondere Feinheit: Schnee. Und zwar richtig. Zwar nicht von oben (dafür war das Wetter ausnahmsweise mal zu gut), mehr dafür aber von unten, nämlich über die verschneiten (und demzufolge gesperrten) Wege hoch zum Gipfel.
Der Aufstieg hatte es aber auch schon so in sich und trug deutliche Züge einer normalen TAR-Etappe. Schon kurz nach der Erdinger Skisprung-Arena in Oberstdorf, jährlich der Auftakt der Vier-Schanzen-Tournee, waren wir im Berg. Ebenfalls dabei: Seidenräupchen Eva, die ja auch die erste Etappe des 4 Trails mitlaufen wird. So erhielt sie einen guten Eindruck, was sie erwartet. Bis zur Mittelstation ging es konstant nach oben, erst dann gab es wenige hundert Meter zum durchpusten, ehe eine krasse Serpentinenstraße folgte. Wie steil es hier zuging, merkten wir erst beim Abstieg. Mittlerweile hatte uns die Nachricht erreicht, dass der von uns gewählte Weg offiziell gesperrt sei, was wir dann auch merkten. Dichte Schneemassen machten das Unterfangen nicht gerade leichter. Bemerkenswert: Eva kämpfte sich ohne Stöcke und auf ihren normalen Laufschuhen durch den Schnee.
Ab der Bergstation auf 1900 Meter war dann aber Schluss mit lustig, denn die Wege waren nicht mehr zu erkennen. Während Eva den Lift für die knapp 300 Meter bis zum Gipfel wählte, wollten Henne und ich es wissen. Über eine Schneepiste erklommen wir das Nebelhorn. Oben angekommen, erzählte uns ein Wanderer, dass er vor wenigen Tagen noch die Passage auf Ski heruntergefahren wäre, die wir gerade erstiegen hatten.
Nach einer kleinen Stärkung ging es dann wieder runter – und wie. Auf der Schneestrecke entdeckten wir die Möglichkeit, in einem Affenzahn downhill zu pesen. Wahnsinn, wie schnell wir die ersten paar hundert Meter wieder zurückgelegt hatten. Nach einem kurzen Bremser auf dem Hosenboden ging der Ritt weiter, wow, machte das Spaß. In den Serpentinen merkten wir, wie schon erwähnt, was wir da gerade hochgeklotzt hatten. Dass uns nun zahlreiche Wanderer wie verrückt anstarrten, mochte an den Jauchzern gelegen haben, mit denen wir dem Tal entgegen rannten – oder war es der Umstand, dass sich manch einer fragte, ob wir noch alle Tassen beisammen hätten?
Heikel wurde es dann ab der Mittelstation, denn hier änderte sich der Weg wieder zu einem kleinen, feuchten Trampelpfad. Was uns aber nicht davon abhielt, mächtig Kette zu geben. Hier und da waren aber schon ein paar Skills gefragt, um auf dem glitschigen Waldboden nicht den Abflug zu machen. Wenig später lachte uns schon die Skisprungschanze an – krass, 1400 Meter in 54 Minuten runter…

Was wir natürlich am nächsten Tag deutlich spürten: die Oberschenkel fühlten sich an wie Beton – damit wirklich laufen? Ja. Kurz hinter Sonthofen fanden wir uns wieder im Gelände (zur Abwechslung mal militärisches Sperrgebiet), diesmal stand der Aufstieg zum Altstädter Hof und zum Sonthofener Hof auf dem Programm. Hier und da sollte uns dabei auch ein Single Trail begegnenen. Während der nicht enden wollenden Serpentinen auf immerhin knapp 1300 Meter ging es uns noch gut, aber gerade im Abstieg über saftige Wiesen und tiefe Schluchten spürten wir deutlich, dass wir am Vortag gut unterwegs gewesen waren. Da hatten wir uns die Buttermilch/Spezi auf dem Sonthofener Hof verdient.

Zurück in Sonthofen sprangen wir kurz unter die Dusche, um dann die Breitachklamm zu erforschen. Wahnsinn, was hier die Natur in Millionen von Jahren geschaffen hat. Was uns keiner erzählt hatte: Auch hier standen einige Höhenmeter an…hört das denn nie auf???

Das Trainingslager in Zahlen:
Etappe 1 „Entspannungslauf“: 11,7km, 169m auf/168m ab; 01:01:47
Etappe 2 „Nebelhorn“: 18,4km, 1427m auf/1424m ab; 03:11:15
Etappe 3 „Almen“: 16km, 619m auf/618m ab; 01:59:24

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