Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Der große Rückblick – Teil I: Die Vorbereitung

So, nachdem nun der letzte Kilometer gelaufen, der letzte Höhenmeter überwunden und die Laufklamotten zum Trocknen auf der Wäscheleine gehangen worden sind, wird’s Zeit für den großen Seidenraupen-Transalpine-Rückblick.

In den kommenden Artikeln möchte ich euch einen kleinen Einblick über das zu geben, was wir in den letzten Wochen erlebt und gefühlt haben. Beginnen möchte ich heute mit einem Rückblick auf unsere Vorbereitung.

Nachdem Manu und ich uns kurz vor dem letztjährigen Köln-Marathon kennengelernt hatten und recht schnell merkten, dass wir sowohl läuferisch als auch menschlich die ein oder andere Gemeinsamkeit haben, war klar, dass wir auch in Zukunft weitere Laufhighlights gemeinsam absolvieren wollten. Irgendwann hörte bzw. las ich etwas über den Transalpine und war sofort gefesselt: Ich saß stundenlang vor dem PC und schaute mir Fotos und Videos an. Ich erzählte Manuel von diesem Lauf und von der Schnapsidee diesen irgendwann zu laufen. Doch aus dieser Schnapsidee wurde sehr schnell Ernst: Nachdem Seidenräupchen Eva grünes Licht gab meldeten wir uns an, von nun an gehörten wir also zum Starterfeld des Transalpine Run’s 2012, ein irgendwie irreal scheinender Gedanke. Schnell wurde klar, dass wir uns auf zwei Ebenen vorbereiten mussten: Die sportliche Ebene und die „Vermarktungsebene“, da der Transalpine gerade für Flachlandtiroler wie uns mit erheblichen Kosten verbunden ist: Die Ausrüstung, Anreise und Unterkunft, Anmeldegebühr usw. usw. Schnell war ein Teamname gefunden und ein Blog angelegt. Zu unserer Freude wuchs der Kreis der Interessenten und Unterstützer innerhalb kürzester Zeit. Wir konnten schnell einige Sponsoren gewinnen, die uns auf unserem harten Weg unterstützen wollten und auch unsere Sponsoren- und Freundeparty war ein voller Erfolg, was uns weiterhin Mut machte an unserem Vorhaben zu arbeiten. Zusätzlich mussten wir uns mit unserem Equipment beschäftigen, da ein Laufrucksack, Trailrunning-Schuhe sowie Lauf-Stöcke nicht zur Ausrüstung eines niederrheinischen Läufers gehören. Ein weiterer Punkt war die Unterbringung während des Laufes: Zunächst planten wir im Laufcamp zu schlafen, bis Eva auf die Idee kam uns mit dem Wohnmobil zu begleiten. Rückblickend lässt sich sagen: Diese Idee war wohl die beste Idee in der gesamten Vorbereitung. Auf diese Art hatten wir während des gesamten Wettkampfes ein nach kurzer Zeit gewohntes Umfeld, was ein unbezahlbarer Vorteil ist, gerade nachdem wir gesehen haben, wie die Verhältnisse in dem angebotenen Laufcamp waren, hierzu nochmal einen herzlichen Dank an Eva!!

Was die sportliche Ebene betrifft haben wir uns ganz auf den Trainingsplan des Veranstalters verlassen. Die Basis legten wir bereits im Winter, indem wir uns intensiv auf den Hamburg-Marathon vorbereiteten. Das diese Vorbereitung sehr gut und vielversprechend war, zeigte das Ergebnis des Marathons: Wir konnten beide unsere Marathon-Bestzeiten um 11 Minuten auf 3:18 bzw. 3:13 verbessern. Nach einer Regenerationszeit, in der wir das Training etwas runtergefahren hatten, ging es dann Mitte Juni in die intensive Vorbereitungsphase. Hierzu gehörten neben langen Einheiten auch Hügel- und Treppenläufe, ABC-Läufe, der ein oder andere Wettkampf sowie spezielle Einheiten in der Höhenkabine – alles in allem ein sehr abwechslungsreicher und interessanter Trainingsplan.

Am Ende der Vorbereitung standen dann bei mir 68 Läufe mit 1.089 km und das in 12 Wochen, es wurde also ordentlich geklotzt!

Was sich hier zunächst recht nüchtern und emotionslos anhört, hatte in der Realität durchaus einige Herausforderungen. So hatten wir in den 12 Wochen nicht immer blauen Himmel, Sonnenschein und 23 Grad. Wir quälten uns auch durch Wind und Regen, absolvierten Laufeinheiten zu Tageszeiten, an denen der Normalbürger im Bett liegt und schläft und mussten uns das ein oder andere mal richtig quälen, um die letzten Kilometer oder die letzten Treppenstufen zu erklimmen. Das alles haben wir nur für ein Ziel getan: Den Transalpine zu finishen.

Nebenbei haben wir natürlich auch den ein oder anderen Gedanken im Hinblick auf das was uns in den Alpen erwartet gemacht. War die Entscheidung richtig sich für den Transalpine anzumelden? Wär nicht ein kürzeres Rennen als Einstieg richtig gewesen? Würden unsere Knochen das ganze mitmachen? Zusätzlichen Zündstoff bekamen diese Gedanken durch das stetig steigende Interesse unserer Freunde, Familien und Arbeitskollegen. Sogar die großen Zeitungen der Stadt druckten große Artikel über unser Vorhaben, so dass der Druck stetig stieg. Rückblickend lässt sich sagen, dass wir zwar einen unglaublichen Respekt vor dem hatten, was uns erwartet, wir aber nie den Glauben daran verloren haben es zu packen. Gerade unsere Trainingswoche 9, in der wir innerhalb von 7 Tagen 244 km abgespult haben gab uns die Zuversicht körperlich für dieses Abenteuer vorbereitet zu sein, auch wenn sich unsere transalpine Erfahrung bisher auf den Jungfrau-Marathon von Manu und auf Wander-, Ski- und Apres-Ski Erfahrung beschränkte.

Offiziell endete unsere Vorbereitung am 31.08.2012, dem Tag vor der ersten Etappe. Wir absolvierten noch ein letzten ruhiges Ründchen, bevor es endlich losgehen konnte. Die Vorzeichen hätten kaum besser sein können: Wir haben den empfohlenen Trainingsplan ohne größere Probleme absolviert, wir sind beide ohne Krankheiten und Verletzungen durchgekommen und auch der Kopf war bereit für diese Herausforderung, der Transalpine konnte also beginnen!

 

In der nächsten Ausgabe werde ich euch etwas über die Organisation und den Ablauf rund um den Transalpine näher bringen, denn dieses Event ist logistisch ein wahres Meisterwerk!

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