Die Seidenraupen blicken zurück aufs Jahr 2020


Was war das für ein Jahr? Als am 1. Januar 2020 das Krefelder Affenhaus bei einem Großbrand bis auf die Grundmauern niederbrannte, konnte sich noch keiner ausmalen, dass es noch weitaus schlimmer kommen würde. Doch das vergangene Jahr hatte auch positive Seiten, wie unser Rückblick zeigt.

Januar

Im Januar sprach noch kein Mensch von Corona. Entsprechend unbekümmert blickten die Seidenraupen genussvoll auf dem gerade absolvierten Silvesterlauf im Forstwald. Hier hatte John Hampson mit genau 30 Minuten für eine neue Seidenraupen-Bestzeit gesorgt und unsere Berliner Göre Kathi startete erstmals bei diesem prestigeträchtigen Rennen.

Fabian zieht hier beim Silvesterlauf 2019 an Aki vorbei.

Am 2. Januar trat Alexander Huth den Seidenraupen bei, zwei Tage später taten es ihm Simone und Fabian Löb nach und weitere vier Tage danach folgte Florian Borst.

„Verhalten angehen, locker laufen, Gang zurück schalten“: Solche Worte aus dem Mund von Martin Myrold sind ab sofort ungefähr so ernst zu nehmen, wie damals die Aussage des Mitschülers, der die Klausur wahrscheinlich mal wieder in den Sand gesetzt habe, dann aber doch noch irgendwie ein „sehr gut“ erreichte. Ähnlich war es auch beim ersten Lauf der Duisburger Winterlaufserie über zehn Kilometer. Bei 36:25 min stoppte die Zeit für Martin, der eben „locker“ laufen wollte. Damit war die bisherige PB von 38:19 min, aufgestellt beim Krefelder Charity Run 2018, passé und um knappe zwei Minute unterboten. Fast hätte es gar zur Seidenraupen-10 km-Bestzeit gereicht, hier fehlten am Ende ganze zwei Sekunden zum Rekord von Manuel Kölker (36:23 min, Halloween-Lauf Duisburg, 2011). Mit seinem „lockeren“ Lauf wurde Martin 13. (M30: Dritter). Manuel passierte die Ziellinie nach 38:25 min, also genau zwei Minute nach Martin. Bedeutet für ihn Platz 53 (M40: Neunter). Ende des Monats steht für ihn fest, wohin sein Frühjahrs-Marathon ihn führen wird. Paris und Rotterdam standen auf dem Plan, am Ende wurde es Gent (oder auch nicht).

Februar

Auch im Februar noch kein Corona-Virus in Sicht. Martin und Manuel starten mit einigen Laufkumpels beim Strong Viking in Wijchen – Zeiten gibt’s zwar nicht, dafür aber eine Menge Spaß in den Beinen.

Martin beim Strong Viking.

Mit dickem Applaus wurden Adam Mielech und Martin Houbertz auf der Jahreshauptversammlung Mitte des Monats bedacht, schieden der bisherige zweite Vorsitzende und der Kassenchef doch aus ihren Ämtern aus. Noch lauter war jedoch der Jubel, als Meike Thomassen als neue stellvertretende Vorsitzende (für Adam Mielech) und Anne Klaßen als neue Finanz-Chefin (für Martin Houbertz) gewählt wurden.

Martin Myrold hat beim 15 Kilometer-Lauf im Rahmen der Duisburger Winterlaufserie den sieben Jahre alten Vereinsrekord pulverisiert. Damals war Hendrik Hahn nach 57:49 min ins Ziel gestürmt, Myrold unterbot dies nun deutlich: Seine 55:09 min bedeuteten den siebten Rang, den er mit 1:31:34 h auch in der Serienwertung belegt. Manuel Kölker verpackte seinen Start in einen 30-Kilometer-Lauf und war demnach recht gemütlich unterwegs (1:07:17 h). In der Serienwertung rangiert er mit 1:45:42 h auf Platz 139.

Ende Februar wird Nicole Hölters eine Seidenraupe, andere zieht es erstmals in der Vereinshistorie geschlossen in einen Yoga-Kurs. Ommmm…

März

„10 KM gegen Rassismus und Fremdenhass“ heißt es Anfang März. Das Trail Magazin hatte die Aktion publik gemacht, deutschlandweit schlossen sich mehrere Lauf-Communitys an. Überall fiel der Startschuss um 16.45 Uhr. In Krefeld waren unter Leitung der Seidenraupen rund 50 Läufer dabei und liefen zwei Stadtwaldrunden.

Startschuss für die zehn Kilometer. Foto: Andreas Bischof

Beim wahrscheinlich letzten Lauf-Großevent in 2020 in Deutschland war Manuel dabei. Beim Frankfurter Halbmarathon hat er mit einer Zeit von 1:23:15 h einen seiner schnellsten Läufe über diese Distanz absolviert. Im 6432-Läufer starken Feld erreichte er Platz 154 und 25 in der M40. Die Zeit bedeutet immerhin die viertschnellste HM-Zeit der Seidenraupen aller Zeiten.

Und dann kam Corona. Recht bald folgten die ersten Absagen: Duisburg Teil 3 war die erste, viele weitere folgen.

April

Stattdessen läuft man plötzlich „virtuell“. Will heißen man läuft schon real (und zumeist alleine), trägt sich dann aber in eine virtuelle Zielliste ein.

Der Seidenraupen Virtual-Run (https://seidenraupen.org/krefelder-lauf-cup/seidenraupen-virtual-run/) ist eine der zahlreichen Alternativen. Um das ganze schmackhaft zu machen, haben wir bei vielen unserer langjährigen Partner und Sponsoren aus dem Einzelhandel und der Gastro Preise für die Teilnehmer eingekauft und sie so im harten Lockdown unterstützt. Für sie und ihre Aktionen halten wir auf unserer Website eine Übersicht vor.

Da kann man sich mal feiern: Neue Halbmarathon-Bestzeit, und das ohne Zuschauer, Mitläufer und sonstige Begleitumstände eines „normalen“ Wettkampfes.

Bei unserem Virtual Run gewinnen Pauline Saßerath, Bastian Siemes (jeweils kurz) und noch einmal Pauline und Martin Myrold (jeweils lang, Martin gar mit PB über die 21,1 Kilometer). Drei von vier Titeln bleiben also „zu Hause“.

Pauline sitzt derweil per Swift im Sattel und gibt dort für das Triathlonteam KTT01 aus Köln und die Berliner Wheel Divas „Kette“.

Mai

In der Nacht zum 1. Mai erfolgt der Startschuss zum virtuellen „Lauf in den Mai“. Hier belegte Martin Myrold über die Zehn Kilometer-Distanz in einer Zeit von 39:04 Minuten den siebten Platz (Erster in der M30). Über die 7,5 Kilometer wurde Thomas Schrörs-Runo in 35:02 min Zwölfter  (Erster in der M45), Nicole Hölters in 48:27 min 107. (Zweite in der W30) und Alexander Huth in 48:33 min 112. (Dritter in der M40). Beim ebenfalls virtuellen Wings for Life-Run wurde Thomas Schrörs-Runo nach 20,19 Kilometern vom Auto via App eingeholt. Damit belegt er Rang 14.134 (und in der M45 Platz 1299).

Die stolze große Schwester Lou und ihr Bruder Julius.

Am 12. Mai treten der an diesem Tag geborene Julius Kölker und seine Schwester Lou den Seidenraupen bei. Sie sind damit die ersten Mitglieder der „zweiten Generation“.

Am 17. Mai läuft Martin Myrold – quasi als Ersatz für den Crossover-Kulturlauf – 51,5 Kilometer durchs Hülser Bruch und feiert damit den Verfassungstag seines Heimatlandes Norwegen. Die Zeit von 4:19:26 h ist eine neue 50 km-PB.

Zurück im Geschäft ist John Hampson, der wegen eines Schnitts am Fuß lange pausieren musste. Dafür fällt Nicci mit einem Meniskusriss mehrere Wochen aus. Und Ende Mai sehen wir Licht am Ende des Tunnels und wagen leise, den Seidenraupen Cross 2020 zu planen.

Juni

Im Juni hagelt es weitere Absagen: Der Covestro-Triathlon und der Hospizlauf werden abgesagt. Zumindest für letzteren gibt es aber eine dezentrale Ersatzveranstaltung, den Hospizlauf 9.1, bei dem die Seidenraupen, wieder zusammen mit dem Hülser SV, zwei Strecken rund um den Hülser Berg anbieten.

Ganz groß in Mode sind im Sommer die FKT, die „Fastest known times“. Auch wir bieten ab sofort einige in Krefeld an  (https://seidenraupen.org/2020/06/19/wo-sind-krefelds-ballermaenner-und-ballerfrauen/), leider noch mit überschaubarem Erfolg.

Juli

Im Juli die nächste Absage: Der Ironman Duisburg, der zunächst für den 23. August und dann für den 4. Oktober geplant war und dessen Radstrecke hätte durch Krefeld führen sollen, wird auf 2021 verschoben – leider auf den 29. August, genau den Tag, an dem der Covestro-Triathlon am E-See geplant ist.

Dagegen legen wir uns Ende Juli fest: Der Seidenraupen Cross 2020 findet statt. Natürlich mit einem entsprechenden Hygieneschutz-Konzept, aber immerhin.

August

Viele, viele bunte Raupen

Im August konkretisiert sich, wie der SRC stattfinden wird – dank einer sehr guten Partnerschaft mit Magnus Gödiker, Nicole Parulewski, der Willicher Albert-Schweitzer-Schule und der Krefelder Regenbogen-Schule übrigens wieder mit individuell gestalteten Pokalen für die AK-Sieger. Diese werden nach dem SRC bei Laufsport Bunert erhältlich sein, ebenso wie Startnummer vorab. Toll.

September

An einem öden Montag Anfang September wurde er plötzlich ganz schnell. Die Trainingsrunde von Florian Borst entwickelte er sich derart rasant, dass am Ende eine persönliche 5KM- und eine 10KM-Bestzeit (19:15 min / 38:43 min) herauskam. Woooohaaaaah.

Meike in Weitersburg.

Am Ende wurden es immer weniger, trotzdem war die erste Seidenraupen-Tour ein voller Erfolg. Es ging nach Weitersburg bei Koblenz, wo eine anspruchsvolle zehn- und Halbmarathon-Strecke auf Meike, John und Manuel warteten. Auf dem Zehn-Kilometer-Kurs legte Meike zunächst eine 59:01 hin, mit der sie Neunte bei den Damen, Erste in der W40 und Gesamt-39. wurde. Manu war nach einem kleinen Kreislaufwackler in der Mitte des Rennens in 1:41:58 h als 21. (M40 7.) im Ziel, John in 1:44:32 h als 25. (M35 7.). Wir wurden sogar mit einem Sonderpreis versehen und hatten einen schönen Abend in Koblenz.

Yeah, der SRC2020 hat gerockt.

Und dann war es wirklich soweit: Der Seidenraupen Cross lockte am 20. September in Hülser Bruch und etliche Läufer von nah und fern kamen. Zwei neue Streckenrekorde und die neue Canicross-Wertung begeisterten die Zuschauer auf der Sportanlage am Hölschen Dyk. Sie hielten sich wie auch die Teilnehmer diszipliniert an die Regeln, die wir durch ein Hygienekonzept vorgegeben hatten. Bei den Canicrossern holten sich auf der 6 Kilometer-Runde Nina Windhausen (23:54 min, Canicrossis) und Markus Niemeier (25:04 min, AC Hammerhunde) überlegen den Sieg, auf der späteren 16 Kilometer-Strecke war es Carolin Joeken (1:02:40, Team Sledwork), hier schieden alle Männer aus. Bei den Läufern ohne Hund gewann auf der 6 Kilometer-Strecke Pia Szymanowski (26:12, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) und Maximilian Jakobs (25:57 min, Tuspo Huckingen). Auf der 16 Kilometer-Runde fielen die seit Jahren gültigen Bestzeiten: Luca Fröhling vom LV Marathon Kleve kassierte den seit 2014 bestehenden Rekord und verbesserte ihn um 91 Sekunden (56:03 min). 1:06:27 h war der Rekord seit 2015 bei den Frauen, den Anna-Lina Dahlbeck nun um 13 Sekunden unterbot (1:06:14 h). Schnellstes Team war diesmal das Trio „Only for Michelle“. Dass Michelle ein Autoreifen ist und über die komplette Strecke mitgetragen wurde, hinderte Arthur Hoffmann, Denis Brick und Marvin Peraglie nicht daran, mit 1:11:42 h Seriensieger TuS Oedt vom Thron zu stoßen.

Martin hatte die Gruppe gut im Griff 😉

Nur eine Woche später führen wir zwei Gruppen im Rahmen des Hospizlaufs 9.1 rund um den Hülser Berg. Meike und Martin lotsen rund 20 Läufer über Stock und Stein und haben sich danach ein Bierchen verdient. Das hat Spaß gemacht.

Oktober

Martin Myrold hat im Oktober beim Salomon Long Distance Trail im Rahmen des Gelita Trail-Marathons in Heidelberg in einer Zeit von 4:49:51 h den sechsten Platz geholt. Eine beachtliche Leistung, da vor ihm ausschließlich Profi-Läufer platziert waren.

Martin beim Heidelberg-Marathon.

Moritz Mayntzhusen lief etwas später den Zehn Kilometer-Lauf im Rahmen des „73. Viersener Herbstwaldlaufs Rund um den Bismarckturm“ in 51:48 min und wurde damit Gesamt-40. sowie Zweiter in der M40.

Und Manuel Kölker nahm an der (virtuellen) Ruhrpott-Challenge teil. Den Halbmarathon lief er mit Tochter Lou im Kinderwagen vom Rheinhafen in Uerdingen zur Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf und zurück in 1:39:43 h, womit er den siebten Gesamt-Rang und den dritten in der M40 erreichte.

Und wir legen uns fest: Der Seidenraupen-Cross 2021 wird am Sonntag, 19. September stattfinden, dann hoffentlich wieder in gewohnter Form und mit Kinderrennen. Die Anmeldung ist ab sofort auf https://my.raceresult.com/161101/registration?lang=de freigeschaltet.

November

Anfang November ist Corona endgültig zurück. Aus diesem Grund muss der 49. Martinscross der Preussen leider ausfallen. Lou hätte ihre Wettkampf-Premiere gefeiert – dann eben im nächsten Jahr.

Die Absage des  Martinscross bedeutet auch das vorzeitige Ende des Krefelder Laufcups, nachdem der DJK VfL Forstwald bereits vor einigen Wochen den Silvesterlauf abgesagt hatte. Mit dem Seidenraupen Virtual-Run und dem Seidenraupen-Cross gab es lediglich zwei Läufe, die in die Wertung eingegangen waren. Das Endergebnis ist jedoch, zumindest aus Sicht der Seidenraupen, erfreulich, denn mit Pauline Saßerath und Martin Myrold (zusammen mit Bastian Siemes) holen „wir“ beide Titel nach Hause.

Gute Nachricht vom Stadtsportbund: Knapp 600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben beim Hospizlauf 2020 mitgemacht, deutlich mehr als erwartet wurden. Dadurch konnten wieder rund 10.000 Euro als Gesamtsumme aus Startgeldern und ergänzenden Spenden für die Hospiz-Arbeit gespendet werden.

Unser Präsi Manu ist gleich zweimal „on air“: Im Podcast der Rennsandale (https://seidenraupen.org/2020/11/05/reingehort-der-src2020-beim-rennsandale-podcast/) und auf Welle Niederrhein (https://seidenraupen.org/2020/11/27/marathon-manuel-im-gesprach-mit-welle-niederrhein/).

Seidenraupen-Gründungsvater Hendrik freut sich mit seiner Frau Lena über die Geburt von Jonas. Happy welcome kleiner Mann!

Dezember

Im Dezember erinnern wir auf www.seidenraupen.org in einem Adventskalender an unsere Lieblingsrennen. Hoffen wir, dass sie alle in diesem Jahr wieder stattfinden können. Und dann steht das Christkind auf einmal schon wieder vor der Tür.

Der Stadtrat gibt grünes Licht für eine beantragte Förderung im Rahmen des Programms „Krefeld macht Sport“. Damit können wir unsere Zeitmaschine aufpimpen. Dickes Danke an die Ratsmitglieder

Besser spät als nie: Alexander Huth wollte in 2020 endlich einen Halbmarathon laufen. Doch sowohl der Venloop, als auch der Viactiv Rhein-City-Run fallen dem Virus zum Opfer. Also drehte ganz gemütlich und alleine am 1. Weihnachtstag seine 21 Kilometer durch Krefeld. Herzlichen Glückwunsch!

Ein paar Runden im Forstwald gehören zum Jahresabschluss einfach dazu.

Ein verrücktes Jahr geht am 31. Dezember zu Ende. Einige Seidenraupen erinnern mit viel Abstand an den Silvesterlauf und drehen ein paar Runden im Forstwald. Und erstmals verlieren wir nach vielen Zugängen ein Mitglied aus unseren Reihen. Anne verlässt uns leider, bleibt uns aber freundschaftlich verbunden.

Ausblick

In wenigen Tagen werdet ihr an gleicher Stelle erfahren, was uns in 2021 so erwartet. Bleibt gesund!

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