Am Ende waren es 95 Kilometer und 3800 Höhenmeter, die Tanja Gebhard im Rahmen des Trail des Fantomes in insgesamt 16,5 Stunden zurücklegte – was ein Brett bei bis zu 30 Grad. Bei Manuel Kölker waren es „nur“ 42 Kilometer beim „Marathon pour tous“ im Rahmen der Olympischen Spiele in Paris, die aber auch verdammt heiß und nach 3:33h beendet waren.

„Ich hab noch nie so viele gestürzte Läufer, Kreislaufkollapse (Spuckerei und Schwindel) und Rennabbrüche gesehen, wie heute! Es war heiß und die Strecke war echt anspruchsvoll! Am heftigsten waren die zahlreichen vertikalen Anstiege und Abstiege, die reinste Rutschpartie! Mittels Seil waren wir zwar etwas gesichert, aber auf dem staubtrockenen Boden war kein Halten mehr! Echt krass“, berichtet Tanja vom ersten Teil, der sie über 60 Kilometer durch die Ardennen führte, und auf dem sie eine neue Liebe kennenlernte: belgischer Reis-Pudding-Kuchen! „Der hatte Wums dahinter, so dass ich sicherlich 5-6 Stücke mir rein gezogen hatte.“ Tanja beendete den Lauf nach zehn Stunden und wurde zwölfte Frau.

Nach einer „Turbo Regeneration“ (Schoko-Recovery Shake, Hydrate, kalt duschen, Pferdesalbe, Arnica, natürlich eine Monsterportion Nudeln mit Tomatensauce UND früh schlafen gehen) ging es am nächsten Tag weiter – diesmal „nur“ 35 Kilometer. „Ich hab noch nie so viele Läufer fluchen gehört. Verletzte und DNFs gab es wieder ohne Ende! Mein Fazit: Beine waren erstaunlich frisch. Rücken hat etwas gemeckert. Glücklicherweise keine Stürze. VPs gab’s zu wenige. Quick Win waren meine Salztabletten und Elektrolyte (konsequent alle 30min eingenommen).














Manu jetzt ein Olympionik
Nicht ganz so viele Höhenmeter (nur knapp 500) standen für Manu auf dem Zettel, schön verpackt im „Marathon pour tous“. Das einmalige Event (also dass Amateur-Sportler auf der Strecke der Profis laufen) wollten Hundertausende als Teilnehmer erleben, am Ende konnten 20.024 dabei sein, plus noch einmal 20.024, die zeitgleich eine Zehn Kilometer-Strecke liefen. Plus eben Manu, der zwar keinen offiziellen Startplatz hatte, sich aber durch gewiefte Photoshop-Skills eine Startnummer basteln konnte 😉

So gelang es dem Präsi, zwei Sicherheits-Checks spielend zu passieren, um schließlich um 21 Uhr auf die Strecke zu gehen. „Schon die ersten Kilometer waren bombastisch. Die Zuschauer standen in etlichen Reihen und es war unglaublich laut, aber auch schwierig zu laufen. Es gab gerade zu Beginn etliche sehr enge Kurven, so dass das gesamte Feld ein paar Mal plötzlich zum stehen kam. Nicht selten zückte ein Teilnehmer sein Handy und verlangsamte seinen Lauf bzw. blieb stehen, schließlich ging es an einer Sehenswürdigkeit nach der nächsten vorbei.“

Nach dem Louvre und rund fünf Kilometern war der Tross dann an der Seine. Auch hier: Tausende Zuschauer an der Strecke, aber auch auf. „Ich glaube, es gab keine Einteilung nach Zielzeit, so dass es ständig Überholvorgänge gab. Spätestens ab Kilometer 15 war das aber egal, denn ab da ging es für gute fünf Kilometer konstant nach oben. „Hier zerriss sich das Feld. Ich hatte mir vorgenommen, hier nicht zu überpacen. Und so zogen die vorher mühsam Überholten teilweise wieder an mir vorbei.“ Nach rund 25 Kilometern fiel die Strecke glücklicherweise leicht ab, „doch so richtig gelang es mir nicht mehr, an die Pace von vor den ersten 15 Kilometern heranzukommen. Der Blick auf meinen Puls zeigte mir auch, dass es besser sei, hier jetzt nicht zu sehr zu investieren.“

Schließlich sollte das härteste Stück nach 28 Kilometern noch kommen: Die Hölle von Les Bruyeres – ein für einen Stadtmarathon völlig untypisches, weil brachiales Auf und dann wieder Ab. „Ich musste tatsächlich hier für 300 Meter gehen, laufend wäre ich genauso schnell gewesen. Beim Downhill ging es dann darum, Knie und Oberschenkel zu schonen.“ Bei KM33 war der Spuk vorbei, die Seine war erreicht. „Ab hier ließ ich es locker angehen und genoss die Szenerie. Es gab hellerleuchtete Tunnel, andere glichen einer Disco mit Bässen, die das Trommelfell attacktierten – es war der pure Wahnsinn. Wenn mit Lichtblitzen oder lauter Musik Probleme hat, dürfte spätestens hier arge Probleme bekommen haben.“

War bis hier alles perfekt organisiert (mal abgesehen davon, dass an allen Verpflegungsstellen nur Wasser und kein Iso oder ähnliches gereicht wurde), gab es dann aber leider Abzüge. „Rund zwei KM vor dem Ziel scherten die Zehn-Kilometer-Läufer auf die Strecke, die damit wieder übervoll wurde. Im Ziel herrschte großes Chaos: Zunächst gab es keine Getränke oder Essen, dann bekam man einen leeren Becher gereicht, den man selber füllen musste. Und plötzlich war die Zone für alle Menschen geöffnet, es drängten Freunde und Familie in den Nachzielbereich, nicht wenige Läufer verfielen hier in Panik. Keine schönen Szenen. Laut Plan sollte es einen Feeding Zone geben, die aber wegen der vielen Menschen überhaupt nicht erreichbar war. Ich wählte schließlich abgekämpft die U-Bahn und musste mich mit einer Pepsi aus dem Automaten zufrieden geben. Kein schönes Ende für einen eigentlich grandiosen Lauf.“
Am nächsten Tag ging ein toller Trip mit dem Besuch der deutschen Fanzone und des deutschen Hauses schließlich zu Ende.
Statement der Seidenraupen Krefeld e.V.
Da sich zahlreiche Personen bei uns direkt und auch auf diversen anderen Kanälen gemeldet haben, wollen wir uns zum Start unseres Vorsitzenden in Paris äußern. Manu hat sich in einem Gespräch überrascht von der Welle der Kommentare gezeigt. Im Vorfeld seines Starts, aber auch unmittelbar danach, hat er nicht ansatzweise ein solches Feedback erhalten, das Gegenteil war der Fall. Auch deswegen hat er, wie er glaubhaft versichert, kein Unrechtsbewusstsein verspürt.
Durch die nun hervorgerufenen Kommentare hat er andere Sichtweisen zu dem Thema erfahren und sich mit diesen auseinandergesetzt.
Wer Manu kennt, weiß, dass er angetrieben wird von einem großen Willen, für Gerechtigkeit und Toleranz zu sorgen und soziale Zwecke zu fördern. Er engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in zahlreichen Einrichtungen, um diese Welt zu einer besseren zu machen und ist ein absolut fairer Sportsmann.
Er hatte, und das glauben wir ihm uneingeschränkt, nicht ansatzweise den Wunsch, mit seinem Start in Paris Menschen zu verletzen und zu schaden.
Durch die zum Teil sehr persönlichen Kommentare wurden ihm mehr als deutlich die Augen geöffnet, dass er aber mit seinem Verhalten genau dafür gesorgt hat. Er bittet daher vielmals um Entschuldigung.
Persönlicher Edit von Manu:
„Durch die zahlreichen Kommentare hier und auf anderen Wegen habe ich mich intensiv mit der Thematik beschäftigt.
Die Reaktionen haben mir eine andere Perspektive aufgezeigt, die mir im Vorfeld nicht bewusst war und über die ich mir auch keine Gedanken gemacht habe. Vor allem war ich mir auch nicht bewusst, dass ich durch mein Handeln jemanden treffen bzw. schaden würde – was natürlich nicht mein Wille war und das mir nachbetrachtend peinlich ist. Ich stehe für Fairness im Sport, und sehe ein, dass ich hier nicht fair und nicht richtig gehandelt habe.
Letztlich sage ich ENTSCHULDIGUNG für mein Verhalten.“

















unglaublich frech, da kann man sich nur wünschen, dass dies noch ein Nachspiel hat.
Einmal ganz ehrlich! Wie kann man ohne auch nur einen Cent je investiert oder sich regulär qualifiziert zu haben, offiziell so etwas mit eigenem Namen posten und anschließend noch die Erwartungshaltung haben passende Verpflegung zu erhalten, geschweige denn dies noch negativ zu bewerten. Es erzeugt absolute Fremdscham in mir!
Was für eine Unverschämtheit! Das ist nicht nur unsportlich sondern schlicht Betrug. Und sich dann noch als toller Hecht darzustellen ist die Höhe. Eines Sportlers unwürdig, nicht mehr und nicht weniger…
Da habt ihr einen falschen Titel gewählt: „Manu jetzt ein Olympionik“, nein, es muss heißen „Manu jetzt ein Betrüger“!
Was ein Armutszeugnis! Und sich dann noch darüber auslassen, dass die Strecke zu voll und die Verpflegung zu wenig war. Mir fehlen die Worte. Unfair und absolut unsportlich. Und das noch als tolle Geschichte auf der Vereinswebseite „vermarkten“.
Ich empfinde dieses Verhalten nicht nur als unethisch, sondern auch als klaren Betrug gegenüber den Organisatoren und den anderen Teilnehmern, die ihre Startplätze gerecht erworben haben. Solch ein Vorgehen untergräbt das Vertrauen in die Integrität sportlicher Wettbewerbe und sollte nicht verharmlost werden. Es ist wichtig, dass solche Taten entsprechend geahndet werden und klare Konsequenzen nach sich ziehen, um ein Zeichen gegen Betrug im Sport zu setzen. Ich hoffe, dass in Zukunft strengere Kontrollen und Maßnahmen ergriffen werden, um derartige Vorfälle zu verhindern.
Deine Entschuldigung jetzt klingt genauso kindlich hölzern wie vorher Deine Begeisterung, dass Du alle an der Nase herumführen und Dich in das Starterfeld schmuggeln konntest. Ich habe keine Ahnung, was Dich im Vorfeld dazu getrieben hat….der Frust trotz etlicher gesammelter App-Punkte nicht berücksichtigt worden zu sein (dann einfach mal die Teilnahmebedingungen vorher lesen) oder die Möglichkeit mit Deinen Fotos auf Instagram und Co prahlen zu können. Nur Du alleine wirst es wissen.